Crash oder Anzeichen für eine überfällige Korrektur?

Die Nervosität an den Märkten ist förmlich mit den bloßen Händen zu greifen. Gerade nach den letzten heftigen Kursstürzen geht an den Börsen weltweit wieder die Angst um. Wird es jetzt noch weiter den Berg hinab gehen? Kommt es letztendlich gar zu einem Bärenmarkt? Oder handelt es sich bei den Ereignissen der letzten Zeit um eine längst überfällige Korrektur?

Eine Korrektur ist nötig

Der von Anlegern heftig umflirtete Bitcoin hat gezeigt, wie fragil Kurse sein können. Eben noch bei 20.000 Dollar und damit weit entrückt, landete die Kryptowährung hart bei aktuell noch 8.600 Dollar. Eine Randnotiz ist das nicht. Immerhin sind parallel dazu auch zahlreiche Aktienmärkte ins Wanken geraten. Als Vorzeichen für einen Crash wollen viele Experten die Geschehnisse dennoch nicht werten. Investmentlegenden, wie der Amerikaner Jim Rogers, sind sich sicher. Was wir derzeit erleben, ist eine Korrektur, die allerdings mehr als überfällig war. Einen echten Turnaround will der erfolgreiche Schriftsteller und Hedgefonds-Manager noch nicht ausgemacht haben. Grund dafür, sich beruhigt zurückzulehnen, sieht der 75jährige indes nicht. In den nächsten Jahren erwartet er echten Crash. Und der wird härter als alles, was wir bisher erlebt haben.

Druck aus dem Kessel

Ein Blick auf die letzten Jahre scheint den Experten Recht zu geben. Über die Jahre sind die US-Märkte kontinuierlich gestiegen. Kleine Korrekturen gab es wenige und wenn, dann auch nur sporadisch und in kleinem Umfang. Der jetzige Kurssturz könnte also ein Zeichen sein, dass nun dem überhitzten Kessel Aktienmarkt Luft entweicht. Notwendig ist das allemal.

Vorbei allerdings ist die Gefahr damit nicht. Das zeigt ein Blick auf die immensen Schulden überall in der Welt. Inzwischen übersteigen Staatsschulden das Dreifache der Wirtschaftsleistung eines Jahres. Und sie schwillt weiter unaufhörlich an. In den Vereinigten Staaten dürfte die angekündigte Steuerreform die Staatsschuldenquote auf stolze 115 Prozent des BIP in die Höhe katapultieren.

Anleger positionieren sich einseitig

Jetzt ist es die Positionierung der Investoren, die dafür sorgen kann, dass das Boot kippen könnte. Bei vielen Anlegern hat sich die Überzeugung etabliert, die Wirtschaft könnte weiter gut laufen, während der Dollar weiter auf Talfahrt ist. Sie setzten auf die Beschleunigung der Inflation in den USA. Damit sitzen nun alle auf einer Seite im Boot. Steigen wider Erwarten die Zinsen dort stärker an, kippt es. Heftige Turbulenzen an den Finanzmärkten wären die Folge.

Angst macht der Markt für Anleihen

Sorgen macht der Anleihemarkt. Hier haben die weiter anhaltende Erhöhung der Leitzinsen und der mit dem Verkauf zahlreicher Anleihen einhergehende Abbau bei der Bilanzsumme zum Verharren der Zinsen für Anleihen mit Laufzeiten von zehn Jahren bei niedrigen 2,4 Prozent geführt. Anleger investieren deshalb kräftig weiter in Aktien. Durch diesen Bullenmarkt wird es für Firmen einfacher, Geld am Kapitalmarkt zu akquirieren. Die Folge könnten Blasen sein, die in nicht allzu weiter Ferne platzen könnten.

Die Zutaten sind also angerichtet. Bestrebungen, das Ruder herumzureißen, gibt es nicht. In den nächsten Jahren werden die Kurse zwangsläufig sinken. Ob der Rutsch über die Marke von 20 Prozent herausgehen wird und uns einen echten und schlimmen Bärenmarkt beschert, wird die Zeit zeigen. Klar ist allerdings eins: Die überfällige Korrektur wird kommen.

5.00 avg. rating (100% score) - 1 vote

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.