Herausforderung Ruhestand: Steckt die Altersvorsorge in der Krise?

Wer im hohen Alter einen sorgenfreien Lebensstil pflegen oder sogar finanzielle Freiheit erreichen möchte, muss bereits heute die nötigen Weichen stellen und aktiv sparen. Die durch eine stetig sinkende staatliche Rente wachsende Rentenlücke stellt gerade junge Generationen vor immense Herausforderungen. Mit was Sie in Zukunft rechnen müssen, erfahren Sie hier.

Rückt der Ruhestand in Zukunft in weite Ferne?
Die Alterung der deutschen Gesellschaft setzt sich weiter fort. Auf jeden Rentner kommen inzwischen nur noch rund drei Erwerbstätige – ein Verhältnis, das sich trotz Zuwanderung in Zukunft noch weiter verschlechtern wird. Um die finanzielle Unabhängigkeit im Alter auch weiterhin zu sichern, werden nun Rufe nach einer Erhöhung des Renteneintrittsalters laut. So forderte Finanzminister Wolfgang Schäuble erst kürzlich eine Erhöhung auf 70 Jahre. Experten gehen davon aus, dass die Zahl bis 2041 sogar schrittweise auf 73 Jahre erhöht werden müsse, um das Rentenniveau stabil bei rund 48 Prozent des Durchschnittslohns zu halten. Gerade für jüngere Generationen ist es daher wichtiger denn je, mithilfe privater Vorsorge die Alterssicherung zu gewährleisten.

Rentenlücke wächst für junge Menschen immer weiter
Bedingt durch diesen demografischen Wandel wächst auch die Rentenlücke für junge Generationen immer weiter an. Eine ausreichende Vorsorge und Alterssicherung kann die gesetzliche Rentenversicherung für diese Personengruppen nicht mehr gewährleisten. Laut einer Studie der Fondsgesellschaft Union Investment müssten die heute 20- bis 34-Jährigen monatlich im Schnitt 800 Euro zurücklegen, um die finanzielle Unabhängigkeit im Alter zu gewährleisten. Prognosen zufolge können sie bei Renteneintritt mit Zahlungen von durchschnittlich 981 EUR, also rund 38 Prozent des letzten Bruttogehalts, rechnen. Experten gehen davon aus, dass mindestens 60 Prozent für einen sorgenfreien Ruhestand erforderlich seien. Die finanzielle Freiheit schon vor der Rente zu erreichen, scheint damit für viele dieser Personengruppen utopisch. Stattdessen rückt vor allem eines in den Vordergrund: Schadensbegrenzung.

Auch Lebensversicherung immer schwächer aufgestellt
Lange galt die Lebensversicherung als attraktive Anlagemöglichkeit und sicherer Hafen auch in unruhigen Zeiten. Das Analysehaus Morgen & Morgen zeigte in seinem neuesten Rating von 66 Versicherungsunternehmen jedoch eine allgemeine Verschlechterung der Lage auf. Untersucht wurden unter anderem Merkmale wie die Rendite, Überschussquote, Wachstumsraten, Verwaltungs- und Abschlussaufwendungen sowie die Reservequote. Einzig die Allianz, Alte Leipziger, Europa, Debeka Hannoversche, die R+V und WGV schnitten hierbei auch weiterhin mit der Bestnote ab, während viele weitere deutlich unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielten. Für Anleger, die eine Lebensversicherung zum Sparen und als zusätzliche Alterssicherung verwenden möchten, heißt es also doppelt hinzusehen bei der Auswahl des richtigen Anbieters. Nur so können eine solide Vorsorge sichergestellt und böse Überraschungen im Alter vermieden werden.

Keine Zinswende seitens der EZB in Sicht
Die Verzinsung für Sparkonten wird auch in absehbarer Zeit weiterhin auf dem aktuellen Tiefststand verharren. Sparen für den Ruhestand sowie zum Vermögensaufbau bleibt also weiterhin eine Herausforderung. Wer finanzielle Unabhängigkeit oder gar finanzielle Freiheit im Leben erreichen möchte, muss auf andere Anlagemöglichkeiten wie Aktien, Anleihen oder Immobilien zurückgreifen. Bedingt durch eine immer noch angespannte Situation bei den hoch verschuldeten südeuropäischen Staaten wurde eine deutliche Zinswende seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) bisher ausgeschlossen.

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