Ist alles gut bei den Banken?

Wie kann es eigentlich sein, dass die internationalen Banken gefühlt immer in der Krise sind? Liegen doch die Gelder von Kunden in Milliarden Dollar oder Euro Höhe auf den Sparkonten. Da stellt man sich schon die Frage, ob das Geld überhaupt noch da ist. Und wenn nicht, wo ist es denn geblieben? Wie also geht es den Banken?

Immer nur Krisen

In den USA steht der größte Pensionsfonds kurz vor seiner Insolvenz. Das California Public Employees Retirement System (CalPERS) verwaltet die zukünftigen Pensionen seiner Mitglieder. Insgesamt sind das etwa 350 Milliarden Dollar. Erst vor kurzem änderte der Fonds seine Satzung. Die angeschlossenen kalifornischen Kommunen mussten höhere Beiträge abführen. Genutzt hat es nichts. Denn nun können die Städte die Zuschüsse nicht mehr schultern. Auch der Pensionsfonds der Lastwagenfahrer und
der des Bundesstaates Illinois stehen mit hunderten Milliarden Dollar in der Kreide. Für Millionen vor Arbeitnehmern in den Vereinigten Staaten ist damit der Traum vom sorgenfreien Alter mit einem Einkommen aus angesparten Pensionen geplatzt.

Wer die Rechnung zahlt

Es ist nicht neu, dass Arbeiter die Rechnung für gierige Banken zahlen müssen. Genau genommen ist es ein Merkmal im Kapitalismus. Denn während auf der einen Seite die Manager großer Geldinstitute unverfroren ihre Boni einstreichen, halten die Kapitalisten auf der anderen Seite ihre Arbeiter recht kurz.

Als Wesen des Kapitalismus hat das kein geringerer als Karl Marx (1818 bis 1883) erkannt. In seiner Theorie über den Mehrwert legte er dar, dass Arbeiter immer nur so viel Lohn bekommen, wie sie brauchen, um den Wert ihrer Ware “Arbeitskraft” zu erhalten. Dieser Lohn macht den Tauschwert der Arbeit aus. Laut Marx allerdings liegt der deutlich unter dem Gebrauchswert der Arbeit, nämlich dem Wert der produzierten Waren. Arbeitet ein Arbeitnehmer im Rahmen eines
Zehnstunden-Tages acht Stunden für den Erhalt seiner Arbeitskraft, dann speist sich der Gewinn des Unternehmers aus den verbleibenden zwei Stunden. Um seinen Profit zu maximieren, muss der Kapitalist den Tauschwert der Arbeit immer weiter drücken. Das gilt noch heute, wenn Unternehmer Erfindungen und neue Verfahren einsetzen, damit Arbeiter in kürzerer Zeit Lohn erwirtschaften und der Mehrwert steigt.
Wird aber die menschliche Arbeit als Quelle des Wohlstands zurückgedrängt, ist der Untergang des Kapitalismus nach dem Verständnis von Marx vorgezeichnet.

Die Bankenkrise bestätigt die Theorie

“Unglaublich fasziniert war Marx vom Kapitalismus”, sagt der Bremer Ökonom Rudolf Hickel. “In Band drei seines Hauptwerks, dem Kapital, beschreibt Marx, wie sich die Finanzmärkte von der realen Produktion entkoppeln.” Die Vorahnungen des Trierer Pholisophen und Ökonomen haben sich erfüllt. Heute brechen die Finanzmärkte reihenweise zusammen. Ein Drittel der Europäischen Banken, so der Internationale Währungsfonds (IWF), ist auf längere Sicht nicht überlebensfähig. Betroffen ist ein Volumen von 8,5 Millionen Dollar. Allein im Bankensektor stehen 40.000 Arbeitsplätze vor dem Aus. Da hilft weder ein eilig zusammengezimmerter Rettungsplan noch eine von der deutschen Bundeskanzlerin zum wiederholten Mal aufgelegte neue Architektur für die Eurozone.

Fazit

Noch ist er nicht tot, der Kapitalismus. Im Gegenteil: Er lebt munter weiter und taumelt von einer Krise in die andere. Doch das Bewusstsein für die wachsenden Gegensätze zwischen Arm und Reich ist nicht zuletzt wegen der Eurokrise und des Kollapses der Banken neu erwacht.

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