Wann erwartet uns die nächste Weltwirtschaftskrise?

Ständig erreichen uns neue Meldungen über den nahenden Börsencrash. Vermeintliche Experten rufen zur Vorsicht auf und auch wenn sie regelmäßig durch die tatsächlichen Entwicklungen widerlegt werden, hält sie das nicht auf. Und doch ist es gefährlich derartige Meldungen schlicht mit einem Achselzucken abzutun, denn eines ist sicher: Früher oder später wird die nächste Krise kommen. Nur wann ist es tatsächlich soweit?

Höchststände soweit das Auge reicht
Erst vor kurzem nannte die Bank of America in einem öffentlichen Bericht mehrere Anzeichen für einen anstehenden Börsencrash. So seien an vielen verschiedenen Stellen Rekordwerte zu verzeichnen. Beispiele hierfür seien vor allem die Digitalwährung Bitcoin, die innerhalb eines Jahres um 800 Prozent gestiegen ist und die Verschuldung der gesamten Weltwirtschaft, die zurzeit etwa 324 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung beträgt.

Irrationalität an den Aktienmärkten?
Zudem befinden sich die Aktienmärkte zurzeit auf dem höchsten jemals gemessenen Stand in absoluten Zahlen. Auch das so genannten Schiller-KGV – eine Gegenüberstellung der gesamten Gewinne eines Marktes mit den aktuellen Börsenkursen – deutet darauf hin. Mit einem Wert von rund 30 liegt es deutlich über dem Durchschnitt von 16,05 und nur knapp hinter dem zweithöchsten jemals gemessenen Wert Ende der 20er Jahre. In der Vergangenheit war diese Kennzahl meist ein verlässlicher Indikator, wenn es um die Vorhersage eines bevorstehenden Einbruchs der Aktienindizes ging. So wurde sowohl die Weltwirtschaftskrise 1929, als auch das Platzen der Technologieblase am Anfang der Jahrtausendwende korrekt vorhergesagt.

Experten gehen davon aus, dass ein Hauptgrund für diese andauernde Hausse die immer noch äußerst niedrigen Zinsen sind. Sollten EZB und FED diese in der Zukunft wieder deutlich erhöhen, könnte das den Märkten die Basis entziehen und zu spürbaren Kursverlusten führen.
Umso erstaunlicher ist es, dass die erwartete Volatilität auf dem niedrigsten Stand seit mehreren Jahrzehnten liegt. Niemand scheint noch einen möglichen Einbruch auf dem Schirm zu haben, was ebenfalls für eine steigende Irrationalität spricht.

Auch Investoren bereiten sich auf den Crash vor
Neben führenden Experten der Bank of America und anderer Finanzinstitute geht auch Großinvestor George Soros von fallenden Kursen aus. Im Laufe des Jahres 2017 platzierte er sich bereits mehrfach für dieses Szenario. Zwar hat sich seine Analyse bisher noch nicht bewahrheitet, jedoch sollte die Meinung eines solch erfahrenen Investors nicht leichtfertig abgetan werden. Seine vergangene Performance spricht deutlich dafür, dass er ein gutes Auge für zukünftige Entwicklungen besitzt. Auch wenn das noch kein Garant für die Korrektheit der zukünftigen Vorhersagen ist, handelt es sich doch um einen weiteren Indikator für einen möglichen Zusammenbruch.

Alles in allem gibt es tatsächlich vielfache Anzeichen für eine bevorstehende, neue Weltwirtschaftskrise. Spekulationen der Anleger und ein starkes Eingreifen der Zentralbanken in die Aktienmärkte (bspw. durch dauerhaft sehr niedrige Zinsen) haben dazu geführt, dass sich die Börsen von einem Allzeithoch zum nächsten bewegt haben. Wann jedoch das abrupte Ende dieses Bullenmarktes ansteht, lässt sich nicht sagen. Sicher ist nur, dass uns früher oder später erneut schwere Zeiten bevorstehen.

5.00 avg. rating (100% score) - 1 vote

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.