Wie geht es mit der Staatsverschuldung der USA weiter?

Nachdem einige Wahlversprechen des US-Präsidenten Donald Trump bereits gescheitert sind, stehen nun umfangreiche Steuerreformen auf der Agenda. Diese sollen ebenfalls seinem Ziel dienen, Jobs zurück in die USA zu verlagern und dem Land zu neuer Stärke zu verhelfen. So die offizielle Version. Doch was für Auswirkungen werden die Maßnahmen tatsächlich auf die USA und auf Europa haben?

Die Steuerreform und ihre Auswirkungen – ein Blick in die USA
Besonders Unternehmen sollen von dem geplanten Reformpaket profitieren. So ist geplant, die Körperschaftssteuer von bisher 35 Prozent auf 20 Prozent zu senken. Damit läge die USA unter dem Durchschnitt von 22,5 Prozent für Industrienationen. Gleichzeitig wird dieser Schritt die Schuldenproblematik in den USA weiter verschlimmern. Eine neue Kreditexpansion ist damit wahrscheinlich. Experten zufolge ist innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Anstieg von aktuell rund 20,59 Billionen Dollar auf ganze 31,74 Billionen Dollar oder sogar mehr möglich. Diese Veränderungen werden auch den Zinsanstieg beschleunigen und damit für eine erhöhte Inflation des US-Dollars sorgen. Auch wenn das angestrebte Ziel eine grundlegende Verbesserung der Wettbewerbssituation amerikanischer Unternehmen ist, werden kurzfristig primär negative Folgen zu verzeichnen sein.

Hinzu kommt, dass eine Prognose, wohin die freigewordenen Mittel am Ende fließen werden, schwierig ist. Ob damit tatsächlich neue Arbeitsplätze und eine bessere Bezahlung geschaffen werden, wie von Trump angekündigt, bezweifeln viele Wirtschaftsexperten. Sie gehen davon aus, dass dieser Schritt stattdessen für eine größere Ungleichheit sorgen könnte. Im Grunde sei die Reform nichts weiter als eine Umverteilung von den unteren zu den oberen Schichten.

Welche Auswirkungen haben die Steuersenkungen auf Europa?
Auch Europa wird durch die Steuersenkungen unter Druck geraten. Ein intensiver internationaler Wettbewerb um die niedrigsten Abgaben ist denkbar. Ansonsten droht eine Abwanderung von Investitionen und Jobs in die USA. Gleichzeitig werden jedoch auch die Exporte in die Vereinigten Staaten mit großer Wahrscheinlichkeit zunehmen, was einen vorübergehenden Anstieg der globalen Wirtschaft zur Folge haben könnte. Darüber hinaus wird die EZB die aktuelle expansive Geldpolitik überdenken müssen, um angemessen auf die neue Situation zu reagieren.

Hält die Steuerreform also, was sie verspricht?
Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises bringt es sehr gut auf den Punkt: “Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur, ob die Krise durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll.” Mit der Währungsreform scheint Präsident Trump genau darauf abzuzielen: eine künstliche Verlängerung des Booms. Wann und in welchem Umfang sich die Folgen dieser Entscheidung zeigen, wird erst nach einer Weile deutlich.

 

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